Seufzeratmung behandeln in München

Ständig tief Luft holen müssen - wenn die Atmung nie ganz auszureichen scheint

Dr. med. Sebastian Hellmann

Facharzt für Innere Medizin und Pneumologie

Langjährige Erfahrung in der Pneumologie

Präzise Diagnostik

Individuelle & eingehende Beratung

Maßangepasste Behandlungskonzepte

Auf einen Blick: Seufzeratmung

Formen:Seufzeratmung bei Erwachsenen (Sighing Dyspnea/Sigh Syndrome); Seufzer-Dyspnoe als Unterform der dysfunktionellen respiratorischen Symptome bei Kindern und Jugendlichen
Auslöser:häufig kein erkennbarer Auslöser; teils vorausgegangene belastende Lebensereignisse, Stress, Angst- oder somatoforme Vorerkrankungen; bei Kindern in einem Teil der Fälle autonome Dysregulation
Symptome:flache Grundatmung mit gehäuften tiefen, forcierten Einatmungen/Seufzern (mindestens 1x pro Minute), Gefühl von unzureichender Lufteinnahme bzw. Atemwegsobstruktion trotz unauffälliger Befunde, unveränderte Sprache, Sistieren im Schlaf, selbstlimitierender Verlauf über Tage bis Wochen
Diagnose:Ausschlussdiagnostik (Bodyplethysmographie, inhalative Provokation, FeNO-Messung, Diffusionsmessung, Spiroergometrie, ggf. Pleurasonographie), klinische Einordnung anhand charakteristischer Beschwerdemerkmale
Behandlungsmethoden:gezielte Atemtherapie zur Stärkung der Atemmuskulatur (Zwerchfelltraining), ärztliche Aufklärung, bei Kindern ggf. multidisziplinär (Atemtherapeuten, Psychologen); Asthma-/Inhalationsmedikation in der Regel nicht wirksam

Viele Patientinnen und Patienten, die in unsere pneumologische Sprechstunde in München kommen, beschreiben ein sehr ähnliches Gefühl: Sie bekommen keine richtig tiefe Luft, die Atmung wirkt flach, als würde sie nicht ganz bis in die Lunge vordringen, und immer wieder muss tief eingeatmet oder regelrecht geseufzt werden, um kurzzeitig Erleichterung zu spüren. Manche sprechen von einem ständigen Gähnen und Seufzen, für das sich zunächst keine Erklärung findet, andere beschreiben es als eine Art Luftnot, obwohl sämtliche Befunde unauffällig bleiben.

In der internationalen Literatur tauchen diese Symptome häufig unter dem Begriff Seufzeratmung oder unter dem Dachbegriff „Dysfunctional Breathing“ beziehungsweise „Breathing Pattern Disorder“ auf - einer Gruppe von Atemmustern, bei denen die Atmung nicht mehr situationsgerecht abläuft, ohne dass eine organische Lungenerkrankung zugrunde liegt.

Diese lässt sich in fünf Subtypen unterscheiden:

  • das Hyperventilationssyndrom,
  • die thorakal-dominante Atmung,
  • die forcierte Bauchausatmung,
  • die thorako-abdominale Asynchronie
  • das periodische tiefe Seufzen („periodic deep sighing“).

Die „Sighing Dyspnea“ ist somit kein Synonym für „Breathing Disorder“ im Allgemeinen, sondern bezeichnet einen konkreten, bereits seit 1938 beschriebenen Subtyp.

Erfahrungen und Bewertungen unserer Patienten

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Was bei Seufzeratmung im Körper passiert

Ein Seufzer ist zunächst ein normaler physiologischer Vorgang: eine langsame, tiefe Einatmung, die die Lunge bis nahe an die Vitalkapazität ausdehnt und so verhindert, dass bei überwiegend flacher Atmung kleine Lungenbereiche kollabieren.

Bei der Seufzeratmung als Krankheitsbild gerät dieser sinnvolle Reflex aus dem Gleichgewicht: Die Grundatmung wird subjektiv als unzureichend erlebt, die kompensatorischen Seufzer häufen sich, ohne dass Lungenfunktion, Sauerstoffsättigung oder Bildgebung einen auffälligen Befund liefern.

Genau diese Diskrepanz - ein starkes Beschwerdeempfinden bei gleichzeitig unauffälliger objektiver Diagnostik - führt häufig zu einer langen Odyssee durch verschiedene Fachrichtungen, bevor die richtige Einordnung gelingt.

Das typische klinische Bild der Seufzeratmung

Charakteristisch sind wiederholte, forcierte tiefe Einatmungen, häufig mindestens einmal pro Minute, sowie eine flache Grundatmung dazwischen. Hinzu kommen das subjektive Gefühl einer Atemwegsobstruktion und häufig ein plötzlicher Beginn ohne klar erkennbaren Auslöser.

Typisch ist außerdem ein über Tage bis Wochen anhaltender, letztlich jedoch selbstlimitierender Verlauf. Trotz des ausgeprägten Beschwerdeempfindens bleibt die Sprache in der Regel unauffällig. Besonders charakteristisch ist zudem, dass die Beschwerden im Schlaf vollständig sistieren.

Unsere Diagnostik bei Seufzeratmung in München

Bevor wir bei einem anhaltenden Gefühl von Luftnot, ständigem Seufzen oder dem Eindruck „Ich bekomme keine tiefe Luft“ die Diagnose Seufzeratmung stellen, schließen wir in unserer Praxis in München systematisch andere Ursachen aus - genau nach dem Ansatz, den wir auch sonst bei unklarer Atemnot verfolgen.

Dazu gehört unter anderem die Bodyplethysmographie, mit der Lungenvolumina, Atemwiderstand und Atemkraft anhand zahlreicher Parameter beurteilt werden. Ergänzend kann eine inhalative Provokation erfolgen, um ein beginnendes oder bislang unentdecktes Asthma auszuschließen. Die FeNO-Messung dient dem Nachweis einer möglichen entzündlichen Atemwegskomponente, während die Diffusionsmessung den Sauerstoffübertritt in der Lunge beurteilt.

Darüber hinaus kann eine Spiroergometrie eingesetzt werden, um Herz-Kreislauf-System und Atmungsorgan unter Belastung zu untersuchen. Bei Bedarf ergänzen wir die Diagnostik durch eine Pleurasonographie, unter anderem zur Beurteilung der Zwerchfellfunktion.

Erst wenn diese Untersuchungen unauffällig bleiben und sich keine kardiale, allergische oder strukturelle Ursache dafür findet, warum die Atmung subjektiv „nicht auszureichen scheint“, ordnen wir das Beschwerdebild als Sighing Dyspnea beziehungsweise Seufzeratmung ein.

Seufzeratmung behandeln: Gezieltes Atemtraining statt Medikation

Genau hier unterscheidet sich die Seufzeratmung von vielen anderen pneumologischen Krankheitsbildern: Da keine strukturelle Lungenerkrankung zugrunde liegt, hilft eine klassische Asthma- oder Inhalationsmedikation in aller Regel nicht.

Im Mittelpunkt der Behandlung steht stattdessen die Atemtherapie. In Zusammenarbeit mit niedergelassenen Atemtherapeutinnen und Atemtherapeuten werden gezielte Atemtechniken erlernt, mit denen die Atemmuskulatur, insbesondere das Zwerchfell, trainiert und die Atmung wieder ökonomischer gesteuert wird. Ziel ist es, den Fokus vom vermeintlich unzureichenden Atemzug zu lösen und wieder zu einem ruhigeren, funktionellen Atemmuster zurückzufinden.

Die zuvor erhobene P0.1-Messung der Atemkraft kann dabei genutzt werden, um den Trainingsfortschritt im Verlauf objektiv zu dokumentieren.

Ganz entscheidend ist außerdem die ärztliche Aufklärung selbst. Allein das Wissen, dass keine gefährliche Erkrankung vorliegt, nimmt vielen Patientinnen und Patienten bereits einen erheblichen Teil der Anspannung, die das Beschwerdebild häufig zusätzlich verstärkt.

Bei Kindern und Jugendlichen empfiehlt die Fachliteratur zudem einen multidisziplinären Ansatz, der bei Bedarf neben der ärztlichen Betreuung auch Sprech- beziehungsweise Atemtherapie und psychologische Unterstützung einbezieht.

Keine tiefe Luft bekommen trotz unauffälliger Befunde?

Wer sich fragt, warum die Luft trotz unauffälliger Befunde „nie ganz auszureichen scheint“ und immer wieder tief geseufzt werden muss, ist mit dieser Erfahrung nicht allein, auch wenn im deutschsprachigen Raum bislang vergleichsweise wenig darüber geschrieben wird.

International als Sighing Dyspnea oder Sigh Syndrome beschrieben, lässt sich das Beschwerdebild nach sorgfältigem Ausschluss anderer Ursachen gut einordnen und mit gezieltem Atemtraining behandeln. Bei entsprechenden Beschwerden lohnt sich daher eine fachärztliche Abklärung.

 

Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine individuelle ärztliche Diagnose.

Geprüft durch Dr. med. Sebastian Hellmann

Die Inhalte auf dieser Seite wurden von Dr. med. Sebastian Hellmann sorgfältig überprüft und basieren auf aktuellen fachmedizinischen Erkenntnissen. Als erfahrener Facharzt für Innere Medizin und Pneumologie verbindet Dr. Hellmann umfassendes diagnostisches Know-how mit moderner Therapiekompetenz. Seine Privatpraxis steht für eine Medizin, die wissenschaftliche Präzision, individuelle Behandlungskonzepte und persönliche Patientenorientierung vereint.

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